Zum Gedenken an Rolf Kühnel

Wir trauern um unseren Ehrenvorstand Rolf Kühnel, der am 9.7.2016 an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von 92 Jahren in seinem Wohnort Aldersbach (Niederbayern) gestorben ist.
Am 21.7.1975 gründete Rolf Kühnel zusammen mit sechs anderen Gründungsmitgliedern den Judo- und Ju-Jutsu Club München e.V., der später in Judo- und Ju-Jutsu Club Samurai München e.V. umbenannt wurde.
Nach seinem Vorgänger und Gründungsmitglied Erwin Gabriel war Rolf Kühnel von 1980 bis 1987 1.Vorstand unseres Vereins. 1987 zog Rolf Kühnel von München nach Aldersbach (Niederbayern), wo er seinen Ruhestand verbrachte.
Nach seinem Ausscheiden wurde der Verein einvernehmlich geteilt.
Die Ju-Jutsu- Abteilung gründete 1987 den Ju-Jutsu Club Shaolin München e.V.
Die Judo-Abteilung übernahm den ursprünglichen Verein mit mir als Vorstand.
In beiden Vereinen wurde Rolf Kühnel zum Ehrenvorstand ernannt.
Er stand beiden Vereinen bis zuletzt mit Rat und Tat zur Seite.
Rolf, wir danken Dir für Deinen Einsatz und werden dich stets in ehrender Erinnerung behalten.

Michael Leuprecht
1. Vorstand

Rolf_Kuehnel_Judoanzug

Rolf Kühnel hat im April 1940 im Alter von 16 Jahren in Dresden mit Judo begonnen.
Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Mai 1946 begann er mit ein paar ehemaligen Sportfreunden unter dem Decknamen „Bodengymnastik“ mit dem Judo-und Jiu-Jitsu-Training. 1948 wurde von der Militärregierung Judo und Jiu-Jitsu wieder zugelassen und in einem Team mit Gerhard Mitschke begann der Wiederaufbau unseres Sportes in Sachsen. Rolf Kühnel wurde DDR-A-Kampfrichter und Kampfrichterobmann in Sachsen. An der Sporthochschule in Leipzig erwarb er 1950 seine erste Übungsleiterlizenz für Judo. Bei den Meisterschaften des Bezirks Dresden stand er 1951 auf dem Treppchen. Kurz darauf verließ er aus politischen Gründen die DDR. 1952 baute er mit dem Sportkameraden August Nagel beim KSV Witten 07 eine Judoabteilung auf und stand 1952 bei der Westfalenmeisterschaft in Dortmund als Vizemeister auf der Matte.
Als 1954 der Deutsche Judobund gegründet wurde und der KSV Witten 07 seine Judoabteilung beim Deutschen Schwerathletikverband belassen wollte, trat er zum 1. Dortmunder Judo –und Jiu-Jitsu-Club über. In der Folge erwarb er in NRW die Kampfrichterlizenz und legte an der Sporthochschule in Köln 1960 die Prüfung zum 1. Dangrad ab.
Sein erster DJB-Paß hat die Nr. 69.
Beruflich veränderte Rolf Kühnel sich 1957 nach Hessen und wurde beim AC Hanau Judoabteilungsleiter und Trainer. Unter seiner Leitung schafften die Hanauer Judoka den Sprung in die Hessenliga – es gab damals noch keine Bundesliga.
Aus beruflichen Gründen kam er 1963 nach München und wirkte als Trainer beim ESV München. 1967 erwarb er die Judo-Bundeskampfrichterlizenz und war 11 Jahre als Kampfrichter tätig. 1976 legte er die Prüfung zum 5. Dan Judo ab.
Der DJB zeichnete ihn mit der silbernen und später mit der goldenen Ehrennadel aus.
Als Sektionsvorsitzender der Sektion Ju-Jutsu im DJB war er von 1982 -1984 Vorstandsmitglied im DJB.
Rolf Kühnel war Träger hoher Dan-Grade in verschiedenen Budo-Sportarten.

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