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Kampfgeist im Glaspalast – 7-7-5 beim ITG Sindelfingen

Das Internationale Judoturnier im Glaspalast (ITG) in Sindelfingen ist einer der großen Fixpunkte im europäischen Nachwuchsjudo – ein Treffpunkt der besten jungen Kämpferinnen und Kämpfer aus halb Europa. In diesem Jahr reichte es für Samurai München zweimal für Platz 7 und einmal Platz 5.

ITG Sindelfingen

Mit rund 2000 Teilnehmenden aus 19 Nationen zählt das Internationale Judoturnier im Glaspalast (ITG) in Sindelfingen zu den größten Nachwuchsturnieren des Kontinents. Dieses fand am 4. und 5. Juli 2026 statt. Wer sich hier durchsetzt, hat sich seinen Platz unter den Besten redlich verdient. Im vergangenen Jahr waren wir dort noch mit der U13 am Start – Etienne und Stanislav konnten seinerzeit jeweils den siebten Platz erreichen.

Um in diesem Jahr die erste Hürde zu nehmen, mussten man sich allerdings rechtzeitig anmelden. Denn die Meldeliste für die U15 war innerhalb weniger Tage voll. Und so zwang eine Warteliste mit mehreren hundert Namen Vanessa – die wir erst später melden konnten – zu der Entscheidung, eine Altersklasse höher anzutreten, in der U18. Furchtlos ging sie an den Start, musste sich aber der Schweizerin geschlagen geben.

Vanessa: Mutiger Aufstieg, frühes Aus

Weil die 52-kg-Klasse so stark besetzt war, wurde mit doppelter K.-o.-Runde gekämpft: Erst wenn ihre Bezwingerin bis ins Poolhalbfinale vordrang, hätte Vanessa in der Trostrunde eine zweite Chance erhalten. Doch das Schicksal spielte nicht mit – die Schweizerin verletzte sich, und beide schieden aus. Ein bitteres Ende für einen mutigen Auftritt.

Der Sonntag hingegen sollte für Ludovica, Hannah, Etienne und Stanislav den Erfolg bringen – und tat es zumindest teilweise. Der Tag begann aber mit einer unliebsamen Überraschung beim Wiegen: Stanislav brachte leichtes Übergewicht auf die Waage und musste erstmals in der 55-kg-Klasse antreten.

Stanislav: Kampfansage trotz Übergewicht

Gegen den entsprechend schwereren Gegner war das eine steile Aufgabe. Dennoch zeigte er im ersten Kampfdrittel starken Einsatz und brachte seinen Gegner mit einem Wurfansatz sogar kurzzeitig in Bedrängnis – ehe dessen Routine den Ausschlag gab. Auch die Trostrunde blieb ihm verwehrt, da sein Bezwinger kurz vor dem Halbfinaleinzug gegen Jakob Raith verlor.

Etienne: Im Untergewicht zurück in die Erfolgsspur

Mit seinen 31 Kilogramm blieb der Gewichtsunterschied zur 34-kg-Klasse für Etienne weiterhin eine Hürde. Das zeigte sich schon im Auftaktkampf gegen Maximilian Peters (Beueler Judoclub): Erst kurz vor Schluss gelang ihm mit einem tief angesetzten O-Soto-Gari ein Yuko. Gegen Nils Rücker (Kim-Chi Wiesbaden) musste er sich anschließend am Boden geschlagen geben – zum ersten Mal seit sehr langer Zeit.

Mit 31 Kg holte sich Etienne Platz 7 in der 34-kg-Klasse

Die Trostrunde brachte mit dem Niederländer Romeo Marree einen echten Prüfstein. Zunächst tat sich Etienne schwer, ihn in den Griff zu bekommen – bis ihm ein über die Gegenseite angesetzter Sode-Nage ein Wazari einbrachte. Kurz darauf setzte er mit seiner Außensichel-Variante noch eine weitere kleine Wertung nach und zeigte damit klar seine Überlegenheit.

Im Kampf um Platz 5 wartete mit Samuel Garzon (Judo-Gemeinschaft Sachsen) ein technisch exzellenter Gegner, der in Sindelfingen nur dem späteren Turniersieger Alexander Rodionov unterlegen war. Etienne konnte dessen Angriffe lange geschickt abwehren – bis Garzon kurz vor Schluss doch noch ein Yuko gelang. Wie schon im Vorjahr in der U13 beendete Etienne das Turnier auf Platz 7.

Hannah: Mental stark, knapp am großen Wurf vorbei

Hannah reiste diesmal mental bestens vorbereitet an – und es zahlte sich zunächst aus: Im ersten Kampf bezwang sie die Niederländerin Lotte Kasteel (Bushi Arnhem) mit einem Yuko. Im zweiten Kampf musste sie sich nach knapp zwei Minuten der Erfurterin Sara Landgraf geschlagen geben – dabei hatte sie ihren Uchi-Mata bereits perfekt angesetzt; nur ein letzter Zug am Ärmel hätte für den Punktgewinn gereicht.

Hannah holte Platz 7 und Ludovica Platz 5 auf dem ITG in SIndefingen

In der Trostrunde bewies sie dann, wie viel ein konsequent zu Ende geführter Wurf bewirken kann, und sicherte sich den Sieg. Im Kampf um Platz 5 hatte sie erneut die Chance zum entscheidenden Wurf – diesmal mit einer Außensichel gegen Theresa Hönig (TSV Großhadern) –, doch auch hier fehlte im entscheidenden Moment die letzte Konsequenz. In der Schlusssekunde musste sie sich knapp mit Yuko geschlagen geben.

Ludovica: Ippon-Power bis aufs Podest

Während ihre Vereinskolleginnen und -kollegen sich zunächst schwertaten, ließ Ludovica keine Zweifel aufkommen: Ihre erste Gegnerin, Gerta Schäfer (KSV Esslingen), bezwang sie nach nur einer Minute – mit einem so kontrolliert ausgeführten Ko-Uchi-Maki-Komi, dass die volle Wertung (Ippon) fällig war.

Gegen Mathilda Großer (JV Ammerland Münsing) lief es in der zweiten Runde weniger dominant: Ludovica hielt sich bis in den Golden Score, musste sich dort aber geschlagen geben. Zeit zum Grübeln blieb ihr nicht – in der Trostrunde bezwang sie Anne Kreuzer (Armin München) in unter zwei Minuten.

Im Kampf um Platz 3 traf sie mit Mae Houkes (Kenamju) auf eine der stärksten Niederländerinnen des Turniers. Routiniert Wurf um Wurf ansetzend, zwang Houkes Ludovica in die Bodenlage – und nutzte den Moment, in dem diese aufstehen wollte, für einen weiteren Wurf. Eine seltene, aber reglementkonforme Technik, die vom Kampfgericht mit der vollen Wertung honoriert wurde.