Das internationale Jugendtunier im Judo, der AdlerCup in Frankfurt, gehört zur Königsdisziplin junger Judokämpfer und Kämpferinnen. In diesem Jahr war Samurai München erstmals vor Ort.

Eines der anspruchsvollsten Judoturniere in Deutschland für die Jugend fand am vergangenen Wochenende in Frankfurt am Main statt. Der internationale Adlercup wird heuer in seiner 9. Auflage ausgerichtet und zieht, wie in diesem Jahr, rund 1600 Judokas aus allen Teilen Europas an. Schon im Vorfeld war also klar, dass eine Teilnahme dort enormes Könnes erfordert. In dem sehr starken Umfeld konnte sich Etienne kämpferisch relativ gut behaupten.
So traf er am Samstag in der U13 bis 31 Kg in seiner ersten Begegnung gleich auf Vadim Borodiy vom belgischen Judo Club Ninove, der später bis ins Halbfinale alle Gegner problemlos auf die Matte legte. Da hatte er mit Etienne schon wesentlich größere Probleme. Trotz guter Ansätze, verlor er den Kampf. In seiner zweite Begegnung musste sich Etienne dann gegen Rustam Kolikov, Judo Club Wermelskirchen, durchsetzen, um in der Trostrunde nicht auszuscheiden.
Ärgerliche Entscheidung des Kampfgerichts
Leider scheiterte er, obwohl weil er seinem Gegner überlegen war. Zwar gelang es Kolikow gleich zu Beginn eine Wertung (Wazari) für sich zu erzielen, Etienne aber dominierte danach und erzielt eine kleine Werung (Yuko) und konnte seinen Gegner kurz vor Ende der Kampfzeit noch mit einen Haltegriff kontrollieren. Leider entschied das Kampfgericht im Anschluss, dass der Haltegriff zeitgleich mit Schlusszeichen stattfand und deshalb nicht gewertet wurde. Damit blieb die U13 ohne Erfolg.
Der Samstag zeigte, wie schwierig es noch ist, sich international durchzusetzen – auch als amtierender bayerischer Meister. Der Sonntag sollte in der U15 noch herazsforderner werden. Denn nun musste er in der Gewichtsklasse bis 34 Kg antreten. Obschon Etienne mit nur 30 Kg gegen wesentlich schwerere Gegener antreten musste, konnte ihn der Hamburger Samuel Garzon Jimenez, der später den dritten Platz belegte, erst nach Ende der drei Minuten Kampfzeit und nur durch einen Wazari-Vorsprung besiegen.
Erfolg beginnt im Kopf
Das Etienne sich an diesem Tag derart stark behaupten konnte, lag vor allem an seiner mentalen Stärke, die er rechtzeitig vor dem Kampf abrufen konnte. Das zeigte sich dabei vor allem in der zweiten Runde. Innerhalb einer Minute besiegt er den Niederländer Dominic Kebel (Beueler Judo-Club) mit einem Seoi Nage. Im dritten Kampf allerdings musste er sich dem späteren Dritten, Alexander Deutsch vom JC Bieitgheim, geschlagen geben.
Deutsch zeigte dabei eindrucksvoll, wie viel Kraft vier Kilo Gewichtsunterschied in der Profiklasse ausmacht. Mit einem Griff zog er Etienne zum Soei Nage zur Gegenseite auf sich, und warf ihn bereits sechs Sekunden nach Kampfbeginn auf die Matte